Klarna & SCHUFA: Bonität, Ratenkauf & Mahnung

Macht Klarna eine SCHUFA-Abfrage? Schadet das deinem Score? Und was passiert, wenn du einmal nicht rechtzeitig zahlst? Hier bekommst du sachliche, geprüfte Antworten – ohne Halbwahrheiten.

Das Wichtigste in Kürze

KlarnaShops.de ist ein unabhängiges, redaktionelles Verzeichnis von Shops mit Klarna – wir sind nicht Klarna und geben keine Rechts- oder Finanzberatung. Die folgenden Informationen dienen der Orientierung; im Einzelfall gelten die aktuellen Bedingungen von Klarna und deinem Händler sowie das geltende Recht.

1. Macht Klarna eine SCHUFA-Abfrage?

Ja. Sobald du an der Kasse eines Shops mit Klarna bezahlen willst, prüft Klarna bei jeder Transaktion deine Identität und deine Zahlungsfähigkeit. Dafür holt Klarna nach eigenen Angaben Auskünfte bei Kreditauskunfteien ein – in Deutschland bei der SCHUFA, bei Boniversum (Creditreform) und bei Experian.

Entscheidend ist die Art der Abfrage, denn nicht jede Anfrage ist gleich. Klarna unterscheidet zwei Kategorien:

Kurz: Für die typischen Bezahlarten läuft die Prüfung als score-neutrale Konditionsanfrage. Nur der Kreditkartenantrag ist eine harte Anfrage.

2. Schadet Klarna meiner SCHUFA? Abfrage und Einmeldung sind zwei verschiedene Dinge

Hier entsteht das häufigste Missverständnis. Man muss zwei Vorgänge klar trennen.

a) Die Anfrage (Abfrage deiner Bonität)

Seit einem gemeinsamen Projekt von Klarna und der SCHUFA werden die normalen Klarna-Abfragen als Konditionsanfrage eingestuft. Eine Konditionsanfrage wird zwar bis zu 12 Monate gespeichert, ist aber nur für dich selbst einsehbar und bonitätsneutral – sie fließt nicht in deinen Score ein. Das ist der große Unterschied zur echten Kreditanfrage, die für andere Banken sichtbar ist und den Score beeinflussen kann.

b) Die Einmeldung (Speicherung eines Vertrags oder einer Zahlungsstörung)

Etwas anderes ist, ob ein tatsächlich abgeschlossener Vertrag als Datensatz gespeichert wird. Ein echter Ratenkredit (Klarna-Finanzierung über mehrere Monate) ist ein klassischer Kreditvertrag und wird in der Regel als laufendes Darlehen bei der SCHUFA hinterlegt. Schon die Existenz mehrerer laufender Kredite ist ein Datenpunkt, der den Score beeinflussen kann – auch dann, wenn du immer pünktlich zahlst. Ein reiner Rechnungskauf wird dagegen normalerweise nicht als Kredit gespeichert.

Fazit: Die Klarna-Abfrage selbst schadet deinem Score bei den Standard-Bezahlarten nicht. Ein laufender Ratenkredit ist aber ein gespeichertes Merkmal, und viele parallele Kleinkredite können den Score rechnerisch drücken.

3. Meldet Klarna an die SCHUFA? Rechnung, Ratenkauf und Zahlungsausfall im Detail

Ob und was gemeldet wird, hängt vom Produkt und von deinem Zahlungsverhalten ab:

4. Klarna trotz negativer SCHUFA – was realistisch geht

Eine schlechte SCHUFA bedeutet nicht automatisch, dass Klarna komplett ausfällt – garantiert ist aber nichts:

Es gibt also keinen „Klarna-trotz-negativer-SCHUFA-Trick“. Je weniger Kreditrisiko eine Bezahlart bedeutet, desto eher wird sie freigegeben – die Entscheidung trifft Klarna individuell und ohne Anspruch.

5. Rechnung, 3 Raten und Ratenkauf: Fristen, Zinsen und Gebühren

Gut zu wissen: Nach § 500 BGB darfst du einen laufenden Ratenkredit jederzeit ganz oder teilweise vorzeitig zurückzahlen; Klarna verlangt dafür keine Vorfälligkeitsentschädigung.

6. Dein Widerrufsrecht (14 Tage) und wie Retouren bei Klarna funktionieren

Bei Online-Käufen hast du grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Wichtig: Dieses Recht richtet sich gegen den Händler, bei dem du gekauft hast – nicht gegen Klarna. Klarna ist der Zahlungsdienst und passt die Zahlung an, sobald der Shop die Rücksendung bzw. den Widerruf verarbeitet.

Eine Mahnung trotz Rücksendung ist möglich, wenn das Fälligkeitsdatum verstreicht, bevor du die Retoure angemeldet hast. Melde die Rücksendung deshalb rechtzeitig in deinem Klarna-Konto an – dann pausiert die Zahlung automatisch.

7. Zu spät bezahlt: Mahnung, Mahngebühren und Verzug nach deutschem Recht

Bleibt eine Zahlung aus, läuft ein gestuftes Verfahren: zuerst eine Zahlungserinnerung, dann eine oder mehrere Mahnungen und – wenn weiter nichts eingeht – die Übergabe an ein Inkassounternehmen.

Wann du rechtlich in Verzug bist (§ 286 BGB)

Was im Verzug anfallen darf

Der Gläubiger kann seinen Verzugsschaden verlangen – dazu gehören Verzugszinsen (bei Verbrauchern 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, § 288 BGB) sowie tatsächlich entstandene Mahnkosten. Pauschale Mahngebühren sind nur zulässig, soweit dem Unternehmen regelmäßig zusätzliche Kosten in dieser Höhe entstehen.

Der Klarna-Fall vor Gericht: Das Amtsgericht Bremerhaven (Az. 51 C 1062/21) hat eine Klarna-Mahngebühr von 1,20 Euro pro Mahnung für unzulässig erklärt – bei automatisierten Online-Vorgängen entstünden keine gesonderten Kosten in dieser Höhe. Das ist eine einzelne amtsgerichtliche Entscheidung, stützt sich aber auf die Linie des Bundesgerichtshofs. Nach öffentlicher Kritik kündigte Klarna an, deutschen Kundinnen und Kunden Mahngebühren einmalig zu erlassen. Prüfe die aktuell geltenden Gebühren immer in deinem Vertrag bzw. Checkout.

8. Klarna-Inkasso: Was der Inkassobrief bedeutet und welche Rechte du hast

Bleibt die Forderung auch nach der letzten Mahnung offen, gibt Klarna sie an ein Inkassounternehmen ab. Klarna arbeitet in Deutschland mit externen Dienstleistern zusammen – dazu zählen PAIR Finance und die coeo Inkasso GmbH. Welches Unternehmen zuständig ist, steht auf deinem Inkassobrief.

Ein Inkassobrief ist kein Grund zur Panik, aber auch nicht zu ignorieren. Deine Schritte:

Ein häufiger Sonderfall ist „Inkasso trotz Retoure“: Hast du zurückgesendet, die Rücksendung aber nicht rechtzeitig bei Klarna angemeldet, kann das Verfahren weiterlaufen. Melde die Retoure im Klarna-Konto an und lege dem Inkasso den Rücksendenachweis vor.

9. Neue EU-Regeln und die Kritik der Verbraucherschützer

Verbraucherschützer (u. a. Verbraucherzentrale, vzbv) und die BaFin warnen, dass „Jetzt kaufen, später zahlen“ den Überblick über offene Beträge erschweren und in eine Schuldenfalle führen kann – besonders bei jungen Nutzerinnen und Nutzern. Ein guter Rat: Mach dir bewusst, dass auch dies eine Form von Schulden ist, und lege das Geld für die Raten früh im Monat zurück.

Der Gesetzgeber reagiert mit der neuen EU-Verbraucherkreditrichtlinie (CCD II). Die wichtigsten Punkte:

Die Regeln gelten für neue Verträge ab dem 20. November 2026.

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Häufige Fragen zu Klarna & SCHUFA

Macht Klarna eine SCHUFA-Abfrage?

Ja. Klarna prüft bei jeder Transaktion deine Bonität und fragt dafür bei Auskunfteien wie SCHUFA, Boniversum und Experian an. Für die Standard-Bezahlarten (Rechnung, Sofort, Ratenzahlung) ist das eine score-neutrale Konditionsanfrage. Nur der Antrag auf die Klarna Kreditkarte ist eine harte Kreditanfrage.

Schadet die Klarna-Abfrage meinem SCHUFA-Score?

Nein, die reine Abfrage bei den üblichen Bezahlarten ist eine Konditionsanfrage. Sie wird bis zu 12 Monate gespeichert, ist aber nur für dich sichtbar und bonitätsneutral. Score-relevant wird es erst beim Kreditkartenantrag oder bei einem tatsächlichen Zahlungsausfall.

Was ist der Unterschied zwischen Konditionsanfrage und Kreditanfrage?

Eine Konditionsanfrage ist score-neutral und nur für dich einsehbar. Eine echte Kreditanfrage ist für andere Banken einige Tage sichtbar und kann den Score beeinflussen. Klarna nutzt für die normalen Bezahlarten die score-neutrale Konditionsanfrage.

Meldet Klarna meinen Kauf an die SCHUFA?

Ein reiner Rechnungskauf wird bei vertragsgemäßer Zahlung nicht als Kredit eingemeldet. Ein echter Ratenkredit (mehrmonatige Finanzierung) wird dagegen in der Regel als laufendes Darlehen an die SCHUFA gemeldet. Ein Negativeintrag entsteht erst bei einem echten Zahlungsausfall.

Bekomme ich Klarna trotz negativer SCHUFA?

Nicht garantiert. Klarna prüft jede Transaktion einzeln. Kreditähnliche Optionen wie Rechnung oder Ratenkauf werden bei schwacher Bonität eher abgelehnt. Sofortzahlungen per Überweisung oder Lastschrift setzen keinen Kredit voraus und können eher klappen – aber auch sie können abgelehnt werden.

Wie lange bleibt Klarna in meiner SCHUFA?

Eine Konditionsanfrage wird bis zu 12 Monate gespeichert und ist nur für dich sichtbar. Ein laufender Ratenkredit ist gespeichert, solange er läuft. Die genauen Löschfristen für erledigte Einträge nennt dir die SCHUFA direkt.

Welche Zinsen verlangt Klarna beim Ratenkauf?

Kauf auf Rechnung und die Zahlung in 3 Raten sind bei pünktlicher Zahlung zinsfrei. Bei der mehrmonatigen Finanzierung fallen Zinsen an – laut Klarnas offiziellem repräsentativem Beispiel rund 13 Prozent effektiver Jahreszins. Der genaue Satz hängt von Bonität, Händler und Laufzeit ab; maßgeblich ist immer der im Checkout angezeigte Wert.

Habe ich bei Klarna ein Widerrufsrecht?

Ja, bei Online-Käufen gilt das 14-tägige Widerrufsrecht. Es richtet sich aber gegen den Händler, nicht gegen Klarna. Melde die Rücksendung in deinem Klarna-Konto an – dann pausiert Klarna die Zahlung, bis der Shop den Widerruf verarbeitet hat.

Ich habe zurückgeschickt und trotzdem eine Mahnung bekommen – warum?

Das passiert, wenn das Fälligkeitsdatum verstreicht, bevor die Retoure angemeldet oder beim Händler registriert wurde. Melde die Rücksendung in deinem Klarna-Konto an; die Zahlung pausiert dann automatisch und die Rechnung wird angepasst.

Wie hoch sind Klarnas Mahngebühren – und sind sie erlaubt?

Historisch berechnete Klarna 1,20 Euro pro Mahnung. Das Amtsgericht Bremerhaven (Az. 51 C 1062/21) erklärte diese Gebühr für unzulässig, weil bei automatisierten Online-Mahnungen keine entsprechenden Zusatzkosten entstehen. Pauschale Mahngebühren sind nur zulässig, soweit tatsächlich Kosten in dieser Höhe anfallen. Prüfe die zum Kaufzeitpunkt geltenden Bedingungen.

Wann bin ich rechtlich in Verzug und was kostet das?

In Verzug gerätst du durch eine Mahnung, durch ein festes Zahlungsdatum oder als Verbraucher spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Rechnungszugang, wenn darauf hingewiesen wurde (§ 286 BGB). Dann dürfen Verzugszinsen – 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz (§ 288 BGB) – und tatsächlich entstandene Mahnkosten verlangt werden.

Klarna-Inkasso – welches Unternehmen ist das und was soll ich tun?

Klarna gibt offene Forderungen an externe Inkassodienstleister ab, unter anderem PAIR Finance und die coeo Inkasso GmbH. Der zuständige Dienstleister steht auf deinem Inkassobrief. Prüfe die Forderung, kontrolliere die Registrierung im Rechtsdienstleistungsregister, hinterfrage die Kosten und widersprich unberechtigten Forderungen schriftlich. Kostenlose Hilfe gibt es bei der Verbraucherzentrale und bei Schuldnerberatungen.

Diese Seite dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Rechts- oder Finanzberatung dar. Für eine verbindliche Beurteilung deines Einzelfalls wende dich bitte an Klarna, deinen Händler, eine Verbraucherzentrale, eine Schuldnerberatung oder eine Rechtsanwältin bzw. einen Rechtsanwalt. Quellen u. a.: Klarna Hilfe-Center (klarna.com/de), SCHUFA, §§ 286/288/500 BGB, Amtsgericht Bremerhaven (51 C 1062/21), Verbraucherzentrale, BaFin. Stand: Juli 2026.

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